Büchersterne die verzaubern

Büchersterne die verzaubern – Tattoo


Worum geht es in Tattoo? Was erwartet uns?

Protagnoist Guido erwacht nach einer durchzechten Nacht in einer Fabrikhalle und entdeckt ein eigentümliches Tattoo, zwei rot glühende Augen, auf seiner Brust. Von diesem Moment an verschwimmen Realität, Traum und alptraumhafte Visionen immer mehr, während Guido spürt, dass etwas Grauenhaftes in ihm ist, das sich seiner bemächtigen will.

Erzähl uns ein wenig von Guido. Wer war er vor den ganzen Ereignissen?

Guido ist auch heute noch ein rätselhafter Charakter für mich. Dazu sollten die Leser wissen, dass sich auch für mich immer nur eine Tür, manchmal nur ein Fenster in die Welt der Geschichte öffnet, während ich sie schreibe. Bei ‚Tattoo‘ war das wirklich nur ein Fenster. Somit ist mir Guido fremd geblieben. Was ich aber sagen kann ist, dass er sich nach Liebe sehnt und danach, akzeptiert zu werden. Er bleibt in diesem Bestreben einsam. Das ist besonders bedauerlich, da er eigentlich stets Menschen um sich hat. Ich glaube, dass er bereits vor der schicksalshaften Nacht etwas in sich trug, dass er vor sich selbst verborgen hielt. In einem dunklen Winkel seiner Seele.

Wie ist es plötzlich ohne Erinnerung zu sein?

Ich glaube, dass es kaum eine schlimmere Erfahrung gibt. Schließlich basiert unser Selbstbild auf dem, was wir erlebt haben. Letztlich sind wir die Summe unserer Erinnerungen. Wenn uns die genommen wird, verlieren wir einen Teil unseres Selbst.

Warum spielt das Buch ausgerechnet in einer Fabrikhalle? Hat es damit was besonderes auf sich?

Eine gute Frage, die ich ehrlich gesagt nicht klar beantworten kann, aber ich weiß, dass es so sein musste. Irgendetwas sagt mir, dass Guido Opfer eines Rituals oder etwas Ähnlichem wurde, aber das ist nur eine Ahnung. Vielleicht steht die alte Fabrikhalle auch für etwas, das schon verblasst ist, von dem nur die Überreste zurückgeblieben sind, wie von Guidos Leben, insbesondere seiner Beziehung zu seiner großen Liebe Natascha, auch.

Woher kam die Idee zu dieser Geschichte? Ich habe ein Faible für Lost Places. Eine Fabrikhalle hier in Mannheim inspirierte mich zu der Geschichte. Dazu gibt es auch einen Videobeitrag auf meiner Homepage/meinem YouTube Kanal oder hier auf Facebook und Instagram, wo ich diesen Ort vorstelle.

Was ist deine persönliche Lieblingsstelle in deinem Buch? Magst du sie uns verraten? Das ist schwierig, ohne zu viel zu verraten. Der Moment, in dem ein entscheidender ‚Augenkontakt‘ stattfindet vor einem Spiegel, gefällt mir besonders gut.

Warum sollte sich der Leser gerade für dein Buch entscheiden?

Weil es das beste Buch ist, das jemals geschrieben wurde (lacht). Nein, im Ernst. Ich glaube, was mir mit Tattoo gelungen ist, ist eine bedrohliche Atmosphäre aufzubauen, die sich immer weiter verstärkt, ohne, mich in (sinnlosen) Gewaltorgien zu verlieren. Ich glaube somit, dass die Novelle ein kurzweiliges und gruseliges Leseerlebnis bietet.

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